Als
Mehmet der Eroberer 1453 Konstantinopel einnahm, fand
er die alten Paläste der byzantinischen Kaiser in
einem sehr schlechtem Zustand vor. Er entschloß
sich zum Bau eines neuen Wohnsitzes auf dem dritten Hügel
der Stadt, der sich von der heutigen Universität
Istanbul bis zur Süleymaniye Moschee erstreckte. Diese
Anlage wurde später als das "Eski Saray"
benannt. Somit wurde diese Anlage der erste osmanische
Sultanspalast in Istanbul - Türkei.
Doch nach einiger Zeit entschied sich der Sultan für einen
weiteren Palastbau, für den er den ersten Stadthügel,
die ehemalige Akropolis der Stadt, auswählte. Der
Bau dauerte um die 13 Jahre und wurde mit einer Schutzmauer
umgeben, die stellenweise mit Türmen verstärkt wurde.
Es wäre nicht ausreichend, den Topkapi Palast nur
als einen Sultanssitz zu bezeichnen. Denn schon gleich
nach ihrer Eröffnung wurde sie der Platz für den offiziellen
Gebrauch, wie z.B. offizielle Empfänge und staatliche
Besprechungen. Der private Wohnsitz des Sultans blieb
weiterhin das sogenannte "Eski Saray", und zwar
bis zu jenem Zeitpunkt, als Sultan Süleyman der Prächtige
(Kanuni Sultan Süleyman) seiner allerliebsten Frau,
seine Gemahlin, der Roxelane (Hürrem Sultan), die Erlaubnis
gestattete, Wohnsitz im Topkapi Palast zu nehmen. Somit
kam der Harem ins Serail.
Die Anlage, die sich an die 700.000 qm erstreckt, wird
teilweise als Museum benutzt, daß im Hauptgebäude
des Palastes stationiert ist.
Bab-i-Hümayun (Die Kaiserliche Pforte): Die Kaiserliche
Pforte wurde im Jahre 1478/79 unter Sultan Mehmet II.
vollendet. Das Tor ist der Eingang zum ersten Hof des
Topkapi Palastes. Doch wurden hier zu verschiedenen Zeiten
mehrere Änderungen durchgeführt, z.B. wurde unter
Sultan Abdülaziz im 19.Jh. die Pforte mit Marmor ausgekleidet,
sowie auch die beiden Nischen. Durch die Pforte gelangt
man in den ersten Hof, der ürsprünglich für
die wirtschaftlichen Zwecke verwendet wurde. Durch diese
Pforte, die Tag und Nacht offen war, hatte das Volk Zutritt
zum ersten Hof. Früher befanden sich in diesem Hof ein
Hospital, die Palastbäckerei, Holzstapelplatz, Vorratsspeicher
und die kaiserliche Münze. Gleich links ist die Hagia
Eirene (Irenenkirche) zu sehen, deren Bau im 8.Jh. in
der Byzantinischen Epoche erfolgte.
Bab-üs-selam (Das Tor der Begrüßung): Dieses imposante
Tor wurde unter Sultan Süleyman dem Prächtigem im
Jahre 1524 erbaut und führt auch heute noch die Besucher
in den 2. Hof des Palastes. Doch wurde früher der Zutritt
hier durch, nur mit einer Erlaubnis gestattet. In diesem
friedlichen Hof mit Zypressen und Platanen befinden sich
die Palastküchen (die heutige Porzelanaustellung), Waffensammlung
(ehemalige Schatzkammer), der Haremseingang und der Kaiserliche
Divan (Oberste Regierungsbehörde).
Die Küchen (Porzellansammlung): Die Küchenanlage wurde
nach dem Brand des Vorgängerbaues im Jahre 1574 von
dem Architekt Sinan wieder aufgebaut. Wie wichtig die
Küche einst war, kann man an der enormen Ausdehnung des
Küchenkomplexes sehen. Jeder der 10 Küchenräume
war bestimmt für verschiedene Persönlichkeiten wie
dem Sultan, der Sultansmutter und Gruppen, wie die Haremsdamen.
Die Zahl des Küchenpersonals stieg zeitweilig sogar bis
zu 1000 Personen. Die Ausstellung, die sich nun in diesem
Komplex befindet, zählt als die drittgrößte
Porzelansammlung der Welt. Die Vorliebe der Sultane für
Chinesisches Porzellan, japanische und auch europäische
Porzellane, hat diese Sammlung zusammengebracht.
Kubbealti (die oberste Regierungsbehörde): Viermal in
der Woche versammelte sich hier der Divan (Reichsrat).
Denn das Osmanische Reich wurde von hier aus verwaltet
und die Obersten richterlichen Entscheidungen wurden hier
getroffen. Das Gebäude besteht aus drei überkuppelten
Räumlichkeiten und dem Turm der Gerechtigkeit, der
unter Sultan Mehmet dem Eroberer im 15.Jh. erbaut wurde.
Im Saal des Rats versammelte man sich in einer bestimmten
Reihenfolge unter dem Großvezir. über dem Sitzplatz
des Großveziren befindet sich ein vergittertes Fenster,
wo die Sultane, ohne von jemanden gesehen zu werden, die
Sitzungen mitverfolgen konnten.
Bab-üs-saadet (das Tor der Glückseligkeit): Tor der Glückseligkeit
wurde unter Sultan Süleyman dem Prächtigem im 16.Jh.
erbaut, doch die Restaurationen im 18.Jh. hat das Tor
mit europäischem Rokoko ausgestattet. Dies war auch
der Platz, wo die Thronbesteigung stattfand und bei religiösen
Festlichkeiten der Sultan auf seinem Thron die Huldigung
seiner Untertahnen entgegennahm. Geht man durch das Tor
in den dritten Hof, so erscheint vor uns ein Gebäude,
das als der Audienzsaal Sultan Selims bekannt ist. Der
Empfang ausländischer Besucher, sowie auch seiner
Würdenträger wurde hier ausgetragen. Im dritten Hof
befindet sich die Schatzkammer, die Kostümsammlung, die
Bibliothek Ahmets III. und Reliquien des Propheten Muhammed.
Die Schatzkammer: Die Schatzkammer, einst die Sommerresidenz
Sultan Mehmets des Eroberers, wurde ab dem 17.Jh. nur
noch als die Schatzkammer verwendet. In den vier Ausstellungsräumen
sind die schönsten Stücke der Osmanischen Sultane zur
Schau gestellt. Vasen, Smaragde, Rubinen, Diamanten, Karaffen,
Kerzenleuchter und noch vieles mehr wird in der Schatzkammer
des Osmanischen Topkapi Palastes in Istanbul ausgestellt.
Besonders sehenswert sind vor allem der Topkapi Dolch
und der Löffelmacher Diamant mit seinen 86 Karat.
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